Zukunftsfit Digitalisierung

Zentrale Aufgabe des am 01. September 2019 gestarteten Projekts "Zukunftsfit Digitalisierung" ist die Erlebbarmachung und Vernetzung des Freizeit-Angebotes der Region Teutoburger Wald durch digitale Services.

Eine verbesserte Präsentation des Freizeitangebotes, effizienterer Ressourceneinsatz und ein moderneres Image erfordern insbesondere:

- die Bereitstellung von attraktivem Content mit großer Informationstiefe, hoher Aktualität, abrufbar in allen relevanten Kanälen und Endgeräten

- die vernetzte Arbeit der Tourismusorganisationen in zeitgemäßen Strukturen mit den dazu notwendigen technischen Instrumenten.

Worum geht es im Projekt?

Das Projekt "Zukunftsfit Digitalisierung“ soll den Touristikern der Region helfen, den Zukunfts-Anforderungen von Gästen (und Einheimischen) gerecht zu werden.

Gewünschte Informationen müssen stets zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in hoher Aktualität zur Verfügung stehen.

Nur durch die digitale Aufbereitung des touristischen Angebots bleiben die Region und ihre Kommunen sichtbar und damit konkurrenzfähig. 

Dazu müssen die Touristiker die Pflege der Inhalte intensivieren und verbessern. Wie dies am besten gemeinsam organisiert wird, was dabei noch zu lernen ist und welche bisherigen Aufgaben dafür eventuell auch zurückstehen können; all das wird im Projekt zusammen mit allen Partnern diskutiert, festgelegt und dann auch umgesetzt.

Arbeitspakete im Projekt

Das Projekt geht die genannten Aufgaben und Ziele in einem breiten, regionalen Partnernetzwerk mit vier Arbeitspaketen an:

Wirtschafts- und Standortfaktor Tourismus

- Zahlen und Fakten Wirtschaftsfaktor Tourismus

- Ausfallberechnung Corona 2020

- Bericht Tourismus als Standortfaktor

 

Pressemittteilung:

Tourismus ist ein bedeutender Wirtschafts- und Standortfaktor für OstWestfalenLippe

Corona Ausfälle im Jahr 2020 im Reisegebiet Teutoburger Wald / OWL bei mehr als 1 Milliarde Euro / 53.000 Arbeitsplätze durch Tourismus und Freizeit / 2019 wurden 3,08 Mrd. Euro Umsatz erzielt

(Bielefeld, 19.02.2021) Der Tourismus in OstWestfalenLippe ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. 2010 lag der Gesamtumsatz im Reisegebiet Teutoburger Wald noch bei 2,6 Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2019 war der Gesamtumsatz auf 3,08 Mrd. Euro gestiegen. Der Bereich der Tagesgäste hatte mit 2,03 Mrd. Euro (66 Prozent) den größten Anteil. Der Umsatz bei Übernachtungsgästen lag bei 1,05 Mrd. Euro (34 Prozent).

„Tourismus ist in OWL nicht nur ein starker Wirtschaftsfaktor und sichert mehr als 53.000 Arbeitsplätze, sondern auch ein wesentlicher Standortfaktor für die Unternehmen der Region. Bei der Gewinnung von Fachkräften ist die Freizeitinfrastruktur mit ihrem Erlebniswert und mit Angeboten für die gesamte Familie ein wichtiges Plus. Was für Touristen attraktiv ist, trägt auch für die Einwohnerinnen und Einwohner in OWL zur Lebensqualität bei“, hebt Landrat Dr. Axel Lehmann, Vorsitzender des Fachbeirats Tourismus der OWL GmbH, hervor. Das unterstreicht auch das aus den Umsätzen resultierende Steueraufkommen, das sich im Jahr 2019 allein für Mehrwertsteuer und Einkommenssteuer auf ca. 285,1 Mio. Euro belief. Dazu kommen noch durch den Tourismus hervorgerufene Gewerbesteuern, Grundsteuern, Zweitwohnungssteuern und Kurtaxen.

Die aktuellen Zahlen wurden im Rahmen des Projekts „Zukunftsfit Digitalisierung“ vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) mit Sitz in Berlin und München im Auftrag der OWL GmbH ermittelt.

Investitionen in Tourismus-bezogene Infrastruktur lohnen sich
Der Tourismus ist eine klassische Querschnittsbranche. Egal ob Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleistende oder Zuliefernde, wie regional Produzierende und Handwerksbetriebe: Es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht vom Tourismus profitiert. Deshalb lohnen sich Investitionen von Kommunen und Unternehmen in die Tourismus-bezogene Infrastruktur, in konkrete Produkte und in die touristische Vermarktung.

Der Tourismus ist Umsatzbringer und leistet über Steuereinnahmen einen Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte. Als Jobmotor bietet der Tourismus Menschen vieler unterschiedlicher Berufsqualifikationen und Beschäftigungsverhältnisse (von der Saisonkraft bis zur Vollzeitstelle) Einkommensmöglichkeiten. Er schafft und sichert ortsgebundene Arbeitsplätze. Er trägt zudem direkt zur Verbesserung der lokalen Infrastruktur bei, steigert die Attraktivität des Standortes OWL und die Lebensqualität in der Region.

„Die Tourismusbranche unserer Region wird gern mal unterschätzt. Dabei gibt es kaum einen Wirtschaftsbereich, der von der Querschnittsbranche Tourismus nicht profitiert. Steuereinnahmen in beträchtlicher Höhe auch für unsere Kommunen sowie Arbeitsplätze, die nicht woandershin zu verlagern sind, gehen damit einher“, so Lehmann weiter.

Auch vor diesem Hintergrund sind die Corona-bedingten Einbrüche in der Tourismusbranche schmerzlich. Die ebenfalls vom dwif ermittelten Zahlen für das Jahr 2020 zeigen die Dramatik: allein für die Monate März und April 2020 lag der Umsatzausfall bei 384,3 Mio. Euro. Für die Monate März bis Dezember 2020 lag der Umsatzausfall sogar bei 1,086 Mrd. Euro. Das ist ein Minus von mehr als 35 Prozent im Vergleich zu 2019. Der Übernachtungsbereich hatte mit 48 Prozent das größte Umsatz-Minus, der Tagestourismus büßte rund 29 Prozent ein. „Gerade in dieser Situation ist es wichtig, dass die Tourismus-Organisationen der Region die Unternehmen beim Neustart und in den kommenden Jahren optimal unterstützen können“, betont Herbert Weber, Geschäftsführer der OWL GmbH.

1. Arbeitspaket Destinationsmanagementkonzept

Entwicklung eines Work-Flow-Konzepts unter Einbeziehung aller Ebenen von der Orts- bis hin zur Regionsebene, um die Potenziale unter dem Stichwort Digitalisierung zu erschließen. Erarbeitung eines gesamtregionalen zukunftsorientierten Destinationsmanagementkonzepts.

Das Arbeitspaket beschäftigt sich mit der gesamtregionalen Aufgabenverteilung; d.h. wer pflegt in Zukunft an welcher Stelle Inhalte ein, wer kümmert sich um Infrastrukturpflege, um Schnittstellenmanagement und um welche Teile des Marketings; und wie arbeiten wir dabei effizient zusammen?  Ziel ist es, ein „Destinationsmanagementkonzept“ unter Einbeziehung aller Ebenen von der Orts- bis hin zur Regionsebene zu erstellen, das die Erledigung der neuen digitalen (wie z.B. Datenpflege) und der alten analogen Aufgaben (wie z.B. Gästeberatung) gut organisiert. Im Jahr 2020 wird es in diesem Zusammenhang Workshops auf Kreisebene unter Beteiligung der Orte geben, zu denen eingeladen wird.

2. Arbeitspaket Digitale-Basis-(Infra)struktur

Datenbanken ermögliches es, die darin gepflegten touristischen bzw. freizeitbezogenen Daten das Angebot NRWs, seiner Regionen, Orte und Anbieter für Gäste und Einheimische attraktiv, transparent, buch-und erlebbar darzustellen. Die Content-Strategie, das Datenbank- & Schnittstellenmanagement sowie das Content-Marketing & Vertrieb sind Teil dieses Arbeitspakets.

Das Arbeitspaket beschäftigt sich mit der regionalen Datenarchitektur, dem Datenbank- & Schnittstellenmanagement sowie dem Content-Marketing & Vertrieb. Hier werden die Kommunen als Redakteure des Teuto-Navigators und weiterer Einpflege-Möglichkeiten einbezogen. Infos zu Änderungen die sich hier in den Arbeitsabläufen ergeben können, werden kommuniziert. Vom Schnittstellenmanagement (ab Ende 2020) und von zusätzlichem Marketing und Vertrieb (ab 2021) für die von den Kommunen eingepflegten Inhalte profitieren diese direkt, da sich die Anzahl der damit erreichten Gäste und die „Sichtbarkeit“ bei Google und Co. kräftig erhöht.

3. Arbeitspaket Enabling & Know How Transfer

Entwicklung eines Qualifizierungsprogramms für Touristiker zur Contenterstellung und Datenpflege (mit Seminaren und E-Learning).

Das Arbeitspaket beinhaltet Seminare für Touristiker zur Contenterstellung und Datenpflege sowie den Aufbau einer E-Learning Plattform. Für 2021 sind die Vor-Ort und Online Schulungen für Touristiker der Kommunen vorgesehen.

 

 

4. Arbeitspaket Vor-Ort-Implementierung

Installation von Hardware und Software zur Contentausspielung an stark frequentierten touristischen Touch Points.

Im Arbeitspaket geht es u.a. um die Platzierung von Touch-Displays an touristisch relevanten Orten. Dazu haben viele Kommunen im Rahmen der Antragstellung des Projektes LOIs abgegeben. Der Ankauf und die Installation der Touch Displays ist für 2021 vorgesehen.

Darüberhinaus werden vier Partner - mit eigenen Projektanträgen - ihre Tourist-Informationen zum sog. "Digitalen Show-Room" umgestalten. Dies sind Bad Driburg, Paderborn, Detmold und die TI am Hermannsdenkmal im WALK.

Für das Arbeitspaket "Vor-Ort-Implementierung" wird zunächst ein Gestaltungsrahemenkonzept entwickelt, dass ein oder mehrere verbindende Gestaltselemente vorschlägt, um eine Wiedererkennbarkeit der Region zu gewährleisten.

Woran wird aktuell gearbeitet?

In einem Dokument festgehalten, hatte sich der Lenkungskreis des Projektes auf einen Vorschlag zur generellen zukünftigen Aufgabenteilung zwischen Orten, Kreisen und Teutoburger Wald Tourismus geeinigt. Das Dokument schlägt, neben einer Vielzahl anderer Punkte, z.B. vor, dass Standort- und Tourismusentwicklung stärker miteinander verzahnt werden sollten, dass die Kreise sich um die Pflege überörtlicher touristischer Wegeinfrastruktur in Abstimmung mit den Kommunen kümmern sollten, dass der TWT den Bereich Lobbyarbeit intensivieren und ein datenbankgestütztes Datenmanagement bearbeiten sollte.

Dieser Vorschlag wurde im September in einzelnen Workshops auf Kreisebene mit den Kommunen des jeweiligen Kreises diskutiert und im Wesentlichen bestätigt. Generell wünschten sich die Kommunen jedoch u.a. weitere Unterstützung bei Qualitätsmanagement, Produktentwicklung und Fragen der Digitalisierung sowie eine weitere Konkretisierung der Aufgabenteilung. Der in den Workshops gewonnene Diskussionsstand wird nun in den Lenkungskreis zurück gespiegelt. Eine zweite Runde der Workshops auf Kreisebene ist für das Frühjahr geplant. Vom beauftragten Dienstleiter dwif wurden Berechnungen zum Wirtschaftsfaktor Tourismus für die gesamte Region, sowie für die einzelnen Kreise und Bielefeld erstellt. Diese werden demnächst in Abstimmung mit dem Lenkungskreis und den IHK kommuniziert.

Die Arbeit an der Content Strategie beinhaltet unter anderem das Ziel, die Region solle in Zukunft eine Kommunikation „aus einem Guss“ betreiben. Dies betrifft generelle Botschaften, Texte sowie die Bildsprache. Damit dies fokussiert erfolgen kann, ist es hilfreich, diese Kommunikation auf eine Zielgruppe auszurichten. Aus der Zielgruppen-Typologie der „Sinus-Milieus“ hat sich der Lenkungskreis für das „Adaptiv-Pragmatische Milieu – die moderne junge Mitte“ entschieden. Eine auf diese Zielgruppe ausgerichtete „verjüngte“ Kommunikation erreicht auch andere für die Region relevante Milieus.

Was dies in der Praxis bedeutet, wie man sich die Zielgruppe veranschaulichen, wie man sie erreichen kann und welche Konsequenzen sich etwa auch für die verwendete Datentechnik ergeben, wird mit Hilfe des beauftragten Dienstleisters Tourismuszukunft zusammen mit der AG Content & Digitalisierung noch weiter ausgearbeitet und im Lenkungskreis entschieden. Die hier erarbeiteten Ergebnisse bilden dann u.a. wichtigen Input für das Seminarprogramm aus dem Arbeitspaket 3.

Die skizzierte Zielgruppenausrichtung wird im Frühjahr 2021 auch in der zweiten Workshoprunde auf Kreisebene mit den Kommunen diskutiert. 

Im September wurde eine öffentliche Ausschreibung zu einem Schulungsprogramm mit E-Learning Plattform durchgeführt. Die für 2021 vorgesehenen Seminare sollen die Touristiker fit machen für die Herausforderungen der Digitalisierung. Unter anderem sind Seminare zur technisch richtigen und zielgruppenrelevanten Contentpflege in der regionalen Datenbank zur Ausspielung in unterschiedlichen Kanälen vorgesehen. Die Erstellung des Schulungskonzepts und die Durchführung der Seminare wird der Anbieter „Realizing Progress“ übernehmen. Bei der E-Learning Plattform wird das System von „TourComm“ zum Einsatz kommen.

Um einen einheitlichen Rahmen für Tourist-Informationen mit Wiedererkennungswert für die Region Teutoburger Wald / OWL zu schaffen, wird an einem Gestaltungsrahmenkonzept gearbeitet. Die gemeinsame Entwicklung von verbindenden Gestaltungselementen wurde im September und Oktober in zwei Workshops mit Mitgliedern der AG Content und Digitalisierung und dem beauftragten Dienstleister Skope inventive spaces GmbH betrieben. Die Ergebnisse für analoge und digitale Anwendungen in der Tourist-Info werden in einem Manual festgehalten, das bis Ende des Jahres vorliegen wird.

Mit der hilfreichen Begleitung der Bezirksregierung Detmold arbeiten wir derzeit daran, dass noch weitere Kommunen als zunächst im Projektantrag vorgesehen, Info- Stelen mit XXL-Touch Displays bei sich vor Ort platzieren können. Uns wurde hier von mehreren Partnern verbindliches Interesse bekundet. So werden die in der regionalen Datenbank eingepflegten Inhalte in noch stärkerem Maße auch vor Ort, so in Tourist-Informationen, Rathaus-Foyers und Marktplätzen, sichtbar.

Auch bei den vorgesehenen „Digitalen Show-Rooms“ gibt es Zuwachs. Zusätzlich zu den bisherigen vier Standorten, wird in Höxter im Zusammenhang mit der Landesgartenschau 2023 und dem Weltkulturerbe Corvey der „Digitale Show-Room im Archäologiepark“ geplant.

 

 

 

 

Projektteam

Tobias Valentien

- Finanzen
- Marktforschung
- Projekt Zukunftsfit   Digitalisierung
 
Tel. 0521 967 33 15  

t.valentien(at)teutoburgerwald.de

Clara Imeyer

Projekt Zukunftsfit Digitalisierung

 
 
Tel. 0521 967 33 185

c.imeyer(at)teutoburgerwald.de

Stefanie Wetzels

Projekt Zukunftsfit Digitalisierung
 
 
 
Tel. 0521 967 33 182

s.wetzels(at)teutoburgerwald.de

Markus Backes

- Leitung Fachbereich
- Projekt Zukunftsfit Digitalisierung
 
 
Tel. 0521 967 33 27

m.backes(at)teutoburgerwald.de