Das größte Branchentreffen der Region wird jährlich vom Teutoburger Wald Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH organisiert und fand in diesem Jahr in der ausgebuchten Markthalle Herford statt. In Fachvorträgen und praxisnahen Workshops wurden aktuelle Trends analysiert und ihre konkrete Bedeutung für die strategische Weiterentwicklung der Urlaubsregion Teutoburger Wald sowie für eine nachhaltige Stärkung ihrer Resilienz herausgearbeitet. Realisiert wurde der Tourismustag mit Unterstützung der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld und der IHK Lippe zu Detmold sowie in Kooperation mit der Pro Herford GmbH Stadtmarketing und dem Kreis Herford.
„Die OWL GmbH mit dem Teutoburger Wald Tourismus ist die richtige Plattform, um regionale Themen im Tourismus strategisch und partnerschaftlich voranzubringen“, sagt Christoph Rüther, Landrat des Kreises Paderborn und stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der OstWestfalenLippe GmbH. „Der Teutoburger Wald Tourismustag zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie wichtig der enge Austausch zwischen Kommunen, Kreisen, Wirtschaft und Tourismuspartnern ist. Erfolgreicher Tourismus lebt von Zusammenarbeit – und genau dafür setzen wir in OWL ein starkes, gemeinsames Zeichen.“
„Mit einem touristischen Jahresumsatz von rund 3,1 Milliarden Euro und etwa 53.000 direkt oder indirekt verbundenen Arbeitsplätzen ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Ostwestfalen-Lippe. Bei den Übernachtungszahlen belegt die Region in Nordrhein-Westfalen den dritten Platz“, sagt Meinolf Haase, Landrat des Kreises Lippe und Vorsitzender des Fachbeirats Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH. Dabei müsse man den Blick nicht nur auf die Urlaubsgäste, sondern auch auf die Einwohnerinnen und Einwohner richten, so Haase. „Tourismus wirkt sich positiv auf eine hohe Lebensqualität aus. Investitionen in Freizeit und Tourismus kommen immer auch den heimischen Unternehmen und der Bevölkerung zugute.“
Markus Backes, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH und Leiter des Teutoburger Wald Tourismus, unterstreicht die strategische Ausrichtung: „Die Tourismusregion ist gut gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft. Zentrale Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und der Einsatz Künstlicher Intelligenz werden in der Region seit vielen Jahren systematisch bearbeitet. Die Anforderungen werden komplexer, dynamischer und vielfältiger. Umso entscheidender ist es, schon heute die richtigen strategischen Weichen zu stellen und den Wandel aktiv zu gestalten, statt nur auf ihn zu reagieren.“
Praxisorientiertes Vortrags- und Workshopprogramm zu Zukunftsfragen
Im Mittelpunkt des Veranstaltungsprogramms stand die Frage, wie sich die Tourismusakteurinnen und -akteure der Region strategisch und operativ auf die Anforderungen von morgen einstellen können und über einen konkreten Praxisbezug die Relevanz für die tägliche Arbeit deutlich zu machen.
Zum Auftakt gaben zwei Impulsvorträge Orientierung: Prof. Dr. Harald Zeiss von der Hochschule Harz ordnete in seinem Vortrag „Tourismus 2030. Welche Kompetenzen und Strategien die Region jetzt braucht“ zentrale Entwicklungen ein und leitete daraus konkrete Handlungsoptionen für die Region ab. Zukunfts- und Trendforscherin Anja Kirig zeigte in ihrem Beitrag „Neue Bedürfnisse bei Gästen. Welche Megatrends den Tourismus verändern“, wie sich Gästeerwartungen in Richtung Nachhaltigkeit, Sinnorientierung und individuelle Erlebnisqualität verschieben.
Am Nachmittag vertieften vier interaktive Foren ausgewählte Zukunftsthemen. Diskutiert wurden unter anderem „Mikroabenteuer“ als niedrigschwellige, naturbasierte Angebote mit hoher regionaler Wertschöpfung sowie „Coolcation“ als Reiseform, die klimatische Veränderungen berücksichtigt und Mittelgebirgsregionen wie dem Teutoburger Wald neue Marktchancen eröffnet. Ein weiteres Forum widmete sich dem praxisnahen Einsatz Künstlicher Intelligenz – mit Fokus auf konkrete Effizienzpotenziale in Marketing, Gästekommunikation und Organisation. Zudem wurde die Bedeutung belastbarer Netzwerke für Innovationskraft, Krisenfestigkeit und erfolgreiche Zusammenarbeit hervorgehoben.
Zum Abschluss zieht Meinolf Haase ein positives Fazit: „Formate wie der Tourismustag setzen wichtige Impulse, bündeln Expertise und fördern den strukturierten Austausch über institutionelle und kommunale Grenzen hinweg. Genau dieser strategische Dialog und die enge Vernetzung sind trotz großer Herausforderungen die Grundlage für eine positive Weiterentwicklung des Tourismus der Region.“
